Wissen / Reportage

Welt der Tiere

Hodari, der kleine Kämpfer

Wer durch das weite Grasland in Ost- und Südafrika fährt, wird ihnen dort in ihrer natürlichen Heimat begegnen: Rothschildgiraffen, Streifengnus, Impalas und Böhmzebras. Auch im Opel-Zoo in Kronberg im Taunus leben diese vier Tierarten gemeinsam und teilen sich ein großes Gehege. Seit Kurzem gehört Hodari dazu. Der Zebrahengst ist erst drei Wochen alt, hat aber schon einen Freund gefunden: Joca, ein junges Streifengnu.

„Wir hatten schon mehrere Tage lang auf die Geburt gewartet." Tierpfleger Marcel König kann sich genau erinnern. „Als ich morgens zum ersten Kontrollgang ins Zebrahaus kam, stand Hodari in der Box neben seiner Mutter Hanni und schaute mich mit großen Augen an. Bei der Geburt war er 50 Kilogramm schwer, ziemlich viel für ein Neugeborenes." Die Tierpfleger gaben dem jungen Zebra den Namen Hodari. „Das ist ein Wort aus einer afrikanischen Sprache und bedeutet auf Deutsch Kämpfer." Seitdem sind drei Wochen vergangen. Hodari ist größer und kräftiger geworden. Seine Mama wird ihn noch ein paar Wochen lang säugen. Doch Hodari knabbert schon an Gras, seiner künftigen Hauptspeise.

In der ersten Zeit wich Hodari seiner Mama nicht von der Seite. Jetzt startet er immer häufiger zu kleinen Ausflügen, um sich die anderen Tiere näher anzusehen und das Gehege zu erkunden. Mama Hanni achtet darauf, dass sich Hodari nicht zu nahe an die Giraffen herantraut: Wenn sich die bis zu sechs Meter hohen Riesen belästigt fühlen, können sie heftige Tritte austeilen. Am liebsten spielt Hodari mit einem jungen Gnu: Joca ist ein halbes Jahr alt und bleibt ebenfalls meistens in der Nähe seiner Mama Joana. Vor allem morgens tollen Hodari und Joca immer wieder wild miteinander herum.

Neben Mama Hanni grasen Helena, eine zweite Zebrastute, und Papa Naviri: Die vier Böhmzebras teilen sich im Moment ein Gehege mit vier Rothschildgiraffen, vier Streifengnus und 14 Impalas. Die gemeinsame Fläche ist so groß wie eineinhalb Fußballfelder. „Die Tiere haben genug Platz, um sich auch einmal aus dem Weg zu gehen. Meistens vertragen sich alle", sagt Marcel König. „Diese Tierarten kommen ja auch in der freien Natur in Afrika gut miteinander aus."

Wenn Joca mal wieder mit Grasfressen beschäftigt ist, zieht Hodari gerne zu den Impalas weiter. Manchmal versucht er, genauso flink wie die Antilopen herumzurennen und zu springen. Kein Wunder, dass Hodari nicht mithalten kann: Impalas springen bis zu drei Meter hoch und neun Meter weit.

Fotos: Gerhard Bayer, Archiv Opel-Zoo
Juli 2019